Überspringen zu Hauptinhalt

Frequently Asked Questions (FAQ)

Seit vielen Jahren werden technische Anfragen zur Flächenheizung und Flächenkühlung an die BVF Geschäftsstelle von Handwerkern, Planern und Bauherren herangetragen und im Einzelfall beantwortet. Dabei gibt es natürlich auch oft gestellte Fragen (Frequently Asked Questions), die wir nun mit einer im Arbeitskreis Technik abgestimmten Antwort auch auf unserer Homepage beantworten wollen.

Wir möchten mit diesem Service den Markt der  Flächenheizung und Flächenkühlung weiter unterstützen in der Planungs-, Installations- und Nutzungsphase. Damit schliesst der BVF als Wissensinstanz die Lücke zwischen Normung und Anwendungstechnik für alle am Bau Beteiligten.

Hier finden Sie Fragen und entsprechende Antworten (u.a. mit Links zu weiterführenden Informationen des BVF). Diese Rubrik wird schrittweise in den nächsten Monaten und Jahren aktualisiert und erweitert.

Belegreifheizen

Was ist der Unterschied zwischen Funktions- und Belegreifheizen? Wann macht man das Belegreifheizen? Was muss man beachten?

Bei Fußboden-, Decken-, und Wandkonstruktionen dient das Funktionsheizen und -kühlen nach DIN EN 1264-4 als Nachweis der Erstellung eines mangelfreien Gewerks für den Heizungsbauer und Estrichleger. Darüber hinaus wird durch das Funktionsheizen schon ein Teil des Überschusswassers entfernt, wodurch die Wartezeit bis zur Belegreife verkürzt wird.

Jedes Belegreifheizen ist als gesonderte Leistung nach VOB C DIN 18380 durch den Bauherrn zu beauftragen. Das Belegreifheizen kann zeitnah nach dem Funktionsheizen durchgeführt werden, sollte aber erst nach dem Abkühlen der Fußbodenkonstruktion erfolgen.

Sind Mängel in Form von Rissbildungen im Estrich aufgetreten, sind diese jetzt kraftschlüssig zu verschließen, um eine mängelfreie Estrichplatte zu erhalten. Das anschließende Belegreifheizen soll dem Bodenleger einen belegreifen Estrich im Hinblick auf ausreichende Trockenheit liefern und die Funktionsfähigkeit der wieder hergestellten Estrichplatte aufzeigen. Der BVF verweist dazu auf seine Schnittstellenkoordination-Neubau.

Berechnung des Wärmeverlustes

Darf man die Zusatzdämmung unter der Decke (z.B. bei einer Tiefgarage) bei der Berechnung des Wärmeverlustes einer Fußbodenheizung nach unten mit berücksichtigen?

Die DIN 1264-4 bildet die Grundlage für die Bestimmung der Wärmeleistung eine Fußbodenheizung. Der im Bild dargestellte Aufbau der Deckenkonstruktion einer Fußbodenheizung ist nur eine schematische Darstellung. Die Lage der einzelnen Dämmschichten ist für die Leistungsbestimmung unerheblich und wird deshalb auch nicht differenziert. Bei der Bestimmung des Wärmestroms nach unten werden die Wärmeleitwiderstände der einzelnen Schichten unabhängig ihrer Lage addiert. Die Montage einer Wärmedämmung unter der Decke (z.B. in Tiefgaragen) ist somit fachgerecht und entspricht dem Stand der Technik.

Tabelle Dämmung unter der Decke

Betrieb der Heizkreise

Die Fußbodenheizung ist im Sommer komplett aus und dieses in allen Räumen. Im Winter werden nur Bad und Wohnzimmer minimal geheizt. Wird durch den überwiegenden Stillstand des Wassers in den Heizrohren einer Verschlammung/ Verengung der Rohrdurchmesser wo möglich bis zur völligen Dichtsetzung Vorschub geleistet?

Ein Stillstand der Fußbodenheizung schadet der Anlage in keiner Weise. Der BVF empfiehlt einmal im Jahr die Heizungsanlage im Jahr für 1-2h durchlaufen zu lassen, um den funktionierenden Betrieb zu prüfen.

Regelung

Sollten Elektronische Raumregler aus einem abgestimmten System verbaut werden oder können auch Einzelkomponenten genommen werden?

Ergänzung: Der Bauherr hat den Regler vom Heizungsbauer aus dem Angebot herausgenommen und sich für einen anderen Regler entschieden. Der Elektriker wird nun seitens des Bauherrn beauftragt diesen Regler einzubauen. Ergebnis ist, dass die Regelung nicht funktioniert da die angezeigte Temperatur nicht der tatsächlichen entspricht.

Der Heizungsbauer hat seine Hinweispflicht dem Bauherren gegenüber schriftlich anzuzeigen, dass er für das „neue“ System die Funktionsfähigkeit nicht garantieren kann. Systeme, welche funktionieren und aufeinander abgestimmt sind, sollten nicht auseinandergenommen werden!

Der Temperaturregler ist eingestellt allerdings ist die gemessenene Lufttemperatur anders. Was können die Ursachen dafür sein?

Die richtige Positionierung des Raumtemperaturfühlers ist Grundvoraussetzung für die einwandfreie Funktion. Er ist so anzuordnen, dass Umgebungseinflüsse wie Zugluft, Fremdwärmequellen, Sonneneinstrahlung oder auch die Abdeckung durch Vorhänge vermieden werden.

Hier verweist der BVF auf seine Richtlinie 4: „Steuerung und Regelung von Flächenheizungen und -kühlungen auf Basis von Warm-/Kaltwasser für den  Wohnungsbau“.

Sanierung von Fußbodenheizungen

Als Eigentümer einer Wohnung wende ich mich an Sie. Die ca. 1982 mit damals handelsüblichen Kunststoffrohren installierte Fußbodenheizung soll nicht sauerstoffdicht sein, d.h. eine komplette Spülung zeigte erhebliche Rostbestandteile. Außerdem musste der vor nur 8,5 Jahren gewechselte Kessel jetzt schon wieder wegen Durchrostungen erneuert werden. Sanierungsfirmen bieten an, dass System Schlinge für Schlinge zu spülen, zu reinigen und mit Epoxydharz auszukleiden. Kennen Sie solche Sanierungsmethoden und können Sie diese empfehlen? Wenn „Nein“ welche Alternativen würden Sie empfehlen?

Sauerstoffdichte Rohre wurden ungefähr seit Mitte der 80er Jahre verlegt, seit 1988 sind sie auch in der DIN 4726 definiert. Der Bundesverband Flächenheizung rät von der oft angebotenen Innenrohrsanierung (Spülung mit anschließender Innenbeschichtung) ab. Wenn es Probleme mit der Fußbodenheizung gibt, empfiehlt der Verband eine Spülung durch eine kompetente Fachfirma und eine Sanierung der Fußbodenheizung mittels Systemtrennung.

Der BVF empfiehlt die Sanierung und Nachbehandlung bestehender Fußbodenheizungen mit nicht sauerstoffdichten Kunststoffrohren mittels fachgerechter Systemtrennung. Hierzu wird ein Wärmetauscher zwischen Wärmerzeuger und nachgeschaltetem Fußbodenheizsystem eingebaut.

Der BVF hat zum Thema „Sanierung von alten Fußbodenheizungen mit Kunststoffrohren ein Positionspapier herausgegeben

Verlegung

Ein Architekt gibt im Grundriss einen Wohn/Ess-Bereich mit 27m² an und an diesen ist ein offener Bereich mit Diele/Flur mit 6,5m² angegeben. Kann ich diesen Bereich zusammenfassen oder lasse ich den Heizkreis im Flur ganz weg? Wie muss die Heizlast berechnet werden?

In der EnEV (Energieeinsparverordnung) ist klar festgelegt, dass alle Räume eine eigene Regelung haben müssen.

Ausnahmen sind hier Räume kleiner als 6 qm und wenn Räume eine gleiche Nutzung haben (z.B. Wohnzimmer mit offenem Essbereich) oder für offene Dielen/Flure. Bezogen auf dieses Beispiel wird die Heizlast bezogen auf 33,5 m² (27m² plus 6,5m²) berechnet und somit der Heizkreis ausgelegt.

In einem Bauvorhaben haben wir die Situation, dass unter der gesamten Küche Fußbodenheizung verlegt wurde. Nun stellt sich im Nachgang die Frage ist dies zulässig?

Der BVF empfiehlt die Verlegung der Heizschleifen unter Küchenzeilen für den Fall einer anderen Raumnutzung und um Wärmebrücken an den Außenwänden zu vermeiden. Dies ist aber nicht vorgeschrieben und uns ist auch keine belastbare technische Regel hierzu bekannt.

Wir haben derzeit ein schwieriges Bauvorhaben, bei dem der Kunde nach bereits 3/4 verlegter Fläche möchte, dass keine Pressfittings im Boden verbaut werden sollen/dürfen. Die Pressfittings wurden von unserem Systemrohrhersteller zertifiziert. Ich bräuchte jetzt nach Möglichkeit noch Normen, die ich zitieren könnte und Argumente, dass es Stand der Technik ist. Können Sie mir bitte Infos dazu zusenden?

Geeignete und bewährte Rohrwerkstoffe sind in der DIN 4726 „Rohrleitungen aus Kunststoffen für Warmwasser- Fußbodenheizungen“ beschrieben. Desgleichen sind auch die möglichen Verbindungsarten und deren Anforderungen klar in der DIN 4726 beschrieben. Die DIN 4726 sieht unter anderem vor, dass bei DIN Cert-Co in Berlin eine Registrierung erfolgt. Somit wird durch die Erteilung der Registernummer sichergestellt, dass geprüfte Systeme zugelassen sind und den Anforderungen entsprechen. Der BVF verweist zudem auf seine Richtlinie 2 „Rohrsysteme und elektrische Heizleitungen in Flächenheizung und Flächenkühlung“.

 

Die Schnittstellenkoordination zeigt die zwischen den beteiligten Verbänden abgestimmten Gewerke übergreifenden Zusammenhänge auf und ergänzt die geltenden Normen und Technischen Regeln. Sie dient hauptsächlich der Abstimmung und Koordination bei der Herstellung von raumflächenintegrierten Heiz- und Kühlsystemen. Das bedeutet Fußbodenheizung, Wandheizung, Deckenheizung oder Deckenkühlung.

An den Anfang scrollen