Modernisierung mit der elektrischen Flächenheizung

Heizen mit Strom ist vielfältig, komfortabel und zeitgemäß. Die elektrische Flächenheizung ist ein gutes Beispiel dafür:

Soll das Eigenheim grundlegend saniert werden, kann eine Stromdirektheizung eine ideale Lösung sein. Dabei ist die Verlegung von Heizungsrohren nicht nötig, das spart Materialkosten und Arbeitszeit. Die elektrische Flächenheizung bietet je nach Anforderung vielfältige Lösungsmöglichkeiten von der Ergänzungsheizung bis zum vollwertigen Heizsystem für das gesamte Haus.

Einzelne Räume wie beispielsweise Kellerräume oder umgebaute Dachzimmer, die eine neue Nutzung als Hobby- Büroraum oder Kinderzimmer erhalten und zuvor keine Möglichkeit der Beheizung hatten, lassen sich nachträglich einfach mit einer elektrischen Flächenheizungen ausstatten. Dies ist unabhängig von dem sonst eingesetzten Heizsystem im Haus. Die Installation kann flexibel je nach Gegebenheit in Boden, Wand oder Decke erfolgen. Gerade für eine Modernisierung bieten sich häufig Wand- und/oder Decke als Installationsflächen an, ohne dass vorhandene Fußbodenaufbauten  entfernt werden müssen.

Auch als Zusatzheizung  – der sogenannte Komfortheizung – die ergänzend zu einem bereits vorhandenen Heizsystem installiert wird, kann die elektrische Flächenheizung die Behaglichkeit auf effiziente Weise steigern. Insbesondere von Vorteil ist dies für Räume, die nur kurz am Tag genutzt werden, wie das Badezimmer, Gästezimmer oder der Wintergarten. Hier kann man sehr schnell zusätzlich zum Hauptheizsystem für Behaglichkeit sorgen, über moderne Regelungstechnik gesteuert nur so lange, wie die Wärme benötigt wird.

Verfügt ein saniertes Gebäude über einen hochwertigen Wärmeschutz und eine entsprechend geringe Heizlast kann die elektrische Flächenheizung in Kombination mit anderer Haustechnik auch als Vollraumheizung eingesetzt werden (All Electric House). Eine energieeffiziente Gebäudehülle ist vor diesem Hintergrund von besonderer Bedeutung, da sie maßgeblich für den Energiebedarf verantwortlich ist.

Platzsparend, nachhaltig und zukunftsfähig

Da elektrische Flächenheizungen keinen Stellplatz und keinen Vorratsbehälter, Öl- oder Flüssiggastank benötigen, können Wohnflächen, Kellerräume und das Außengelände eines Eigenheims für andere Zwecke genutzt werden. Aufgrund der Bauart erzeugen direktelektrische Heizungen keine Emissionen vor Ort und erfüllen damit auch zukunftssicher die europäische Gebäudeenergieeffizienz-Richtlinie, die es bis zum Sommer 2026 umzusetzen gilt.

Die Elektro-Flächenheizung wird in unterschiedlichen Systemvarianten angeboten und die renommierten Hersteller bieten je nach Anwendung eine Vielfalt an Produktlösungen.

Je nach Wunsch des Bauherrn und architektonischer Beschaffenheit des Gebäudes kann auf eine Vielzahl der verschiedenen elektrischen Ausführungen zurückgegriffen werden, wie

  • Heizmatten, auf denen der Heizdraht zu leichteren Verarbeitung mäanderförmig vorkonfektioniert ist,
  • Carbonfolien, die unter einem halben Millimeter dünn sind
  • Heizgewebe auf Glasfaserbasis oder
  • Spezialpapiere

Der Markt bietet zudem auch elektrische Flächenheizungen als Trockensysteme mit bereits vorgefertigten Dämm-Matten und integrierten Heizdrähten, die sich gut für die Sanierung eignen.

Systemlösungen ermöglichen bei Sanierungsprojekten flexible Einsatzmöglichkeiten für verschiedene Untergründe wie Fliesen, Parkett, Laminat, Vinyl oder Teppich.
Systemlösungen ermöglichen bei Sanierungsprojekten flexible Einsatzmöglichkeiten für verschiedene Untergründe wie Fliesen, Parkett, Laminat, Vinyl oder Teppich.
Für die Nachrüstung der elektrischen Flächenheizung kommen Boden, Wand oder Decke in Frage.
Für die Nachrüstung der elektrischen Flächenheizung kommen Boden, Wand oder Decke in Frage.
Vorgefertigten Systemelemente erleichtern und beschleunigen die Installationsarbeiten, hier bei der Badsanierung.
Vorgefertigten Systemelemente erleichtern und beschleunigen die Installationsarbeiten, hier bei der Badsanierung.

Bodenbelag

Grundsätzlich kann jeder Bodenbelag auf eine elektrische Flächenheizung aufgebracht werden. Keramische Fliesen und Natursteine eignen sich hervorragend wegen ihrer guten Wärmeleitfähigkeit. Aber auch Bodenbeläge, wie z. B. Laminat, Parkett, Linoleum oder Teppichboden können verlegt werden. Hier müssen die Herstellerhinweise beachtet werden.

Modernisierung im bewohnten Bestand mit der elektrischen Flächenheizung

Als praktisch in der Modernisierung erweist sich die elektrische Flächenheizung insbesondere aufgrund ihrer geringen Aufbauhöhe ab 3 mm und ihres geringen Gewichts. Damit ist eine nachträgliche Installation nahezu in jedem Objekt möglich. Insbesondere im bewohnten Bestand bietet sich die Ausführung als Deckenheizung oder Wandheizung an.

Bei der Planung und Verlegung von elektrischen Flächenheizungen in Boden oder Wand sind ein paar Spielregeln zu beachten. Zwar sind momentan für die Installation keine speziellen Wärmedämmvorschriften aktiv, dennoch ist ein Blick auf die Dämmung des Gebäudes notwendig. Die meisten vorhandenen Wärmedämmungen zwischen Estrich und Rohbetondecke sind zwar ausreichend, sollten aber generell überprüft werden. Auch hier gilt der Leitsatz: Je besser die Wärmedämmung, desto geringer der spätere Energiebedarf.

Zudem muss im Vorfeld der Planung bereits geklärt sein, wie der Raum eingerichtet werden soll, da die Heizelemente nicht großflächig abgedeckt werden sollten. Im Übrigen ist bei der Planung zu beachten, dass mindestens 50 mm Abstand von allen aufsteigenden Bauteilen (Wände, Dusche usw.) sowie mindestens 30 mm Abstand von leitfähigen Gebäudeteilen eingehalten wird.

Wird die Decke zur Nachrüstung der Elektro-Flächenheizung genutzt, ist es nicht notwendig bestehende Bodenaufbauten und Bodenbeläge zu entfernen. Dies spart Zeit und Geld. Über die Decke kann eine große Heizleistung erreicht werden, da nahezu die gesamte Fläche nutzbar ist. Nur Aussparungen für Lampen oder Strahlen müssen im Vorfeld geplant werden.

Im nachfolgenden Beispiel wird die Nachrüstung einer elektrischen Deckenheizung mit Hilfe einer Folienheizung im bewohnten Bestand gezeigt.

Einfache Sanierung über die Decke mit Mehrfachnutzen, auch im bewohnten Bestand: die Möbel und vorhandener Bodenbelag werden lediglich abgedeckt.
Einfache Sanierung über die Decke mit Mehrfachnutzen, auch im bewohnten Bestand: die Möbel und vorhandener Bodenbelag werden lediglich abgedeckt.
Heizfolien sind besonders dünn und somit leicht und flexibel einsetzbar für eine schnell Nachrüstung. Der Aufwand entspricht etwa dem einer üblichen Malerrenovierung.
Heizfolien sind besonders dünn und somit leicht und flexibel einsetzbar für eine schnell Nachrüstung. Der Aufwand entspricht etwa dem einer üblichen Malerrenovierung.
Das Ergebnis: behagliche Wärme über ein „unsichtbares“, schnell reagierendes Heizsystem, universell einsatzbar und mit hoher Flexibilität bei der Raumgestaltung. Der vorhandene Parkettboden kann erhalten werden.
Das Ergebnis: behagliche Wärme über ein „unsichtbares“, schnell reagierendes Heizsystem, universell einsatzbar und mit hoher Flexibilität bei der Raumgestaltung. Der vorhandene Parkettboden kann erhalten werden.

Heizungsaustausch in selbst bewohnten Ein – und Zweifamilienhäusern

Für selbst genutzte Ein- und Zweifamilienhäuser gibt es bei einem Heizungsaustausch mit Umstieg auf eine Stromdirektheizung keine Auflagen oder Einschränkungen in dem seit 2024 gültigen Gebäudeenergiegesetz (GEG).

Empfehlenswert sind hier zusätzlich die Nutzung von selbst erzeugtem PV-Strom, ein erhöhter Wärmeschutz sowie eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Durch geringere Investitionskosten für die elektrische Flächenheizung im Vergleich zu einer zentralen, wassergeführten Wärmeversorgung kann gezielt in den Ausbau einer PV-Anlage investiert werden, um Betriebskosten zu senken und den nachhaltigen Energieverbrauch zu fördern. Ein weiterer “Effizienzpartner” in gut gedämmten und dichten Gebäuden ist eine Wohnungslüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, die selbst große Frischluftmengen mit der Abluft vorwärmt und so Heizung und Geldbeutel entlastet.

Heizungsaustausch in vermieteten Ein – und Mehrfamilienhäusern

Bei vermieteten Bestands-Immobilien, die vor einem Heizungstausch ein wasserbasiertes Heizungssystem hatten, schreibt der Gesetzgeber beim Einbau einer elektrischen Flächenheizung vor, dass der bauliche Wärmeschutz nach §16 und §19 GEG um mindestens 45% übertroffen sein muss, dies entspricht einem geforderten Effizienzhausstandard 40 (EH40).

Für nicht selbst bewohnte Bestandsgebäude ohne ein zuvor genutztes wasserbasiertes Heiz-System ist bei einem Wechsel zur elektrischen Flächenheizung der bauliche Wärmeschutz des Effizienzhausstandards 55 (EH55) einzuhalten.

Details zum Einsatz der elektrischen Flächenheizung im Rahmen des aktuellen GEGs: Link.

Die elektrische Flächenheizung im GEG 2024

Die elektrische Fächenheizung im GEG

Im GEG 2024 wird die elektrische Flächenheizung als Option anerkannt, ausführliche Informationen dazu finden Sie hier.

BVF_ID_E-Richtlinie 1_Elektrische Flächenheizung_001

Elektro-Richtlinie 1: Grundlagen der elektrischen Flächenheizungen

Die Elektro-Richtlinie 1: Grundlagen der elektrischen Flächenheizungen können Sie hier herunterladen.

BVF All Electric House

BVF All Electric House

BVF All Electric House: wirtschaftliche Konzepte für die Wärmewende mit hoher Energieautarkie – Strom und Wärme vom eigenen Dach

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